Autor: Deutsche Teddy-Stiftung

  • Dr. med. Christoph Specht ist Schirmherr 2027

    Dr. med. Christoph Specht ist Schirmherr 2027

    Ein Kind, das Angst hat, hört nicht zu. Diese Erfahrung hat Dr. med. Christoph Specht aus Südafrika mitgebracht. Mit einem Team des Phelophepa-Gesundheitszuges fuhr er dort zu einer abgelegenen Schule, untersuchte Kinder und sprach mit Eltern und Lehrkräften über Ernährung und Hygiene. Was ihm von diesen Tagen geblieben ist, hat mit Medizin im engeren Sinn wenig zu tun: Ein Kind muss erst ruhiger werden, bevor man ihm helfen kann.

    Genau dort setzt der Trostbär an. Der Arzt, Medizinjournalist und Autor übernimmt 2027 die Schirmherrschaft der Deutschen Teddy-Stiftung. Über den Bären sagt er:

    „Er behandelt nichts und heilt nichts. Aber er gibt einem Kind in dem Moment, in dem alles fremd und laut ist, etwas zum Festhalten.“

    Dr. med. Christoph Specht

    Dass sich ein Arzt für ein Stofftier starkmacht, ist weniger widersprüchlich, als es klingt. In seinem Buch „Gesundheit gibt es nicht beim Arzt!“, 2025 im Kösel Verlag erschienen, wirbt Specht dafür, Gesundheit als etwas zu verstehen, das im Alltag entsteht und nicht erst in der Praxis beginnt. Dieser Gedanke führte auch zum ersten Kontakt mit der Stiftung. Für Kinder in Not gilt er in besonderer Weise: Der erste Trost kommt oft vor der ersten Behandlung, an der Unfallstelle, in den ersten Minuten. Und er kommt aus den Händen von Polizistinnen und Polizisten, Feuerwehrleuten und Rettungskräften.

    Eine Idee aus Esens

    Die Erfahrung, die Specht beschreibt, steht auch am Anfang der Stiftung. Franz Andratzke, damals Polizeichef, wurde eines Abends zu seiner Dienststelle gerufen: Ein Unbekannter hatte versucht, ein achtjähriges Mädchen zu entführen. Das Kind schwieg und hatte sichtlich Angst. Erst als Andratzke ihm einen Teddy gab, den seine Frau ihm mitgegeben hatte, löste sich die Anspannung, und das Mädchen erzählte über den Bären, was geschehen war.

    Am 28. September 1998 gründete Andratzke im Ahnensaal des Esenser Rathauses die Deutsche Teddy-Stiftung. Seitdem hat sie mehr als 375.000 Teddybären an Kinder in Not verteilt. Heute sind die Bären in mehr als 500 Städten, Gemeinden und Landkreisen im Einsatz.

    Beeindruckt habe ihn, schreibt Specht, dass die Stiftung diesen Menschen seit über einem Vierteljahrhundert etwas in die Hand gibt, ehrenamtlich und aus Spenden finanziert. Überzeugt habe ihn, dass sie inzwischen auch untersuchen lässt, ob es wirklich hilft. Gemeint ist die Trostbär-Studie: In dieser Feldstudie halten Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst anonym fest, wie der Bär im Notfalleinsatz wirkt.

    Zur Person

    Christoph Specht, Jahrgang 1961, studierte Humanmedizin in Gießen, in Frankfurt am Main und in den USA, wo ihn ein Forschungsstipendium an das Mt. Sinai Medical Center in Cleveland führte. Anschließend absolvierte er einen Aufbaustudiengang Wissenschaftsjournalismus an der Universität Mainz und studierte Tropenmedizin und Public Health an der University of Liverpool. Als Arzt arbeitete er in der Orthopädie sowie in der Notfallambulanz und im Operationsbereich einer Klinik für Allgemein- und Unfallchirurgie.

    Seit 1995 ist er selbstständiger Autor und Regisseur medizinisch-wissenschaftlicher Filme. 2011 begann seine Arbeit als Medizinkorrespondent bei n-tv; einem breiten Publikum ist er auch aus dem ZDF und von den Sendern der RTL-Gruppe bekannt. 2017 erhielt er den Walter-Trummert-Preis für Medizinjournalismus. Seit 2005 ist er immer wieder ärztlich in Afrika im Einsatz, unter anderem in Äthiopien, Malawi, Sambia und Südafrika.

    Wir danken Dr. Specht herzlich für seine Unterstützung und freuen uns auf das gemeinsame Jahr 2027.

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    Dr. med. Christoph Specht

    Dr. med. Christoph Specht
    Foto: A. Dahms

  • Radio Jade zu Besuch bei der Teddy-Stiftung

    Radio Jade zu Besuch bei der Teddy-Stiftung

    Viele Menschen haben ein Kuscheltier aus ihrer Kindheit, das auch später noch einen festen Platz hat. Von diesem besonderen Wert eines Stofftiers handelt ein Beitrag von Radio Jade: Reporterin Amelie Friedrichs hat die Deutsche Teddy-Stiftung besucht und sich unser Lager angesehen.

    Herausgekommen ist ein Radiobeitrag über unsere Trostbären. Er ist am 22. Oktober 2026 in der Mediathek von Radio Jade erschienen und dort weiterhin zu hören. Wir danken Amelie Friedrichs für ihr Interesse und den schönen Beitrag.

    Quelle: Radio Jade, „Zu Besuch bei der Deutschen Teddy-Stiftung“, Amelie Friedrichs, 22.10.2026

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  • Trostbären für 375 Streifenwagen in Rheinland-Pfalz

    Trostbären für 375 Streifenwagen in Rheinland-Pfalz

    Nach einem Verkehrsunfall, einem Familienstreit oder häuslicher Gewalt treffen Polizistinnen und Polizisten oft auf Kinder, die gerade etwas Schlimmes erlebt haben. In Rheinland-Pfalz haben sie dafür künftig einen Tröster im Wagen: Am 29. September 2026 hat Innenminister Achim Schwickert in Mainz das Projekt „Seelentröster-Teddys“ vorgestellt. Die Bären beschafft die Deutsche Teddy-Stiftung.

    Ausgestattet werden 375 Funkstreifenwagen im allgemeinen Streifendienst und auf der Autobahn. Laut Innenministerium sollen dafür jährlich mehr als 1.100 Teddys beschafft werden. Die Mittel für 2026 und 2027 stellt die Stiftung Kriminalprävention bereit. Wann ein Kind einen Bären bekommt, entscheiden die Beamtinnen und Beamten vor Ort.

    „Ein kleiner Teddy kann in einem schweren Moment viel bewirken.“

    Achim Schwickert, Innenminister von Rheinland-Pfalz

    Eine Idee aus der Polizei

    Entstanden ist das Projekt in den eigenen Reihen. Kim und Kevin Zorn entwickelten die Idee während ihrer Ausbildung an der Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz; Kim Zorn behandelte die Teddys in ihrer Bachelorarbeit über psychologische Erste Hilfe. Ihr betreuender Dozent, Polizeiseelsorger Hubertus Kesselheim, entwickelte das Vorhaben weiter. Seit Herbst 2023 hat die Polizeidirektion Koblenz die Bären in einem Pilotprojekt erprobt. „Die Erfahrungen aus Koblenz zeigen, dass die Seelentröster einen echten Einsatzwert haben“, sagte Schwickert.

    Rheinland-Pfalz und die Teddy-Stiftung

    Das Land und die Stiftung verbindet eine längere Geschichte. 2013 übernahm Ministerpräsidentin Malu Dreyer die Schirmherrschaft und überreichte in Trier symbolisch 100 Teddybären an den DRK-Rettungsdienst. Im Rahmen dieser Schirmherrschaft sollten 2.700 Teddybären flächendeckend an die DRK-Rettungsdienste im Land gehen. Mit der Polizei kommt nun eine weitere Gruppe von Einsatzkräften hinzu.

    Quellen: Pressemitteilung des Innenministeriums Rheinland-Pfalz, 29.09.2026 · SWR Aktuell · WW-Kurier (dpa), 29.09.2026

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  • Wirkt der Trostbär? Die Stiftung startet eine eigene Studie

    Wirkt der Trostbär? Die Stiftung startet eine eigene Studie

    Ein Kind kommt verängstigt an, eine Einsatzkraft gibt ihm einen Trostbären, und wenige Minuten später ist eine Veränderung zu spüren. So berichten es Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst seit Jahren. Wissenschaftlich gemessen wurde das nach unserer Kenntnis noch nirgends. Am 3. September 2026 hat die Deutsche Teddy-Stiftung deshalb eine eigene Feldstudie zur Wirkung von Trostbären im Notfalleinsatz gestartet.

    Den Anstoß gab ein Beitrag bei GEO: Unter dem Titel „Wie Kuscheltiere Kindern im Notfall helfen“ hat Dr. Ireneus Lakowski von der Deutschen Teddy-Stiftung beschrieben, was Stofftiere in Notsituationen leisten können. Aus diesem Artikel entstand die Idee, die Wirkung nicht nur zu beschreiben, sondern zu messen.

    Wissenschaftlich begleitet wird die Studie inzwischen von der Universität Oldenburg.

    So funktioniert die Studie

    Mitmachen können alle Einsatzkräfte, die bei einem Einsatz auf ein ängstliches oder belastetes Kind zwischen 2 und 14 Jahren treffen. Kurz vor der Übergabe des Bären schätzen sie die Angst des Kindes auf einer Skala von 0 (keine Angst) bis 10 (Panik) ein, fünf Minuten danach ein zweites Mal. Dazu kommen vier Beobachtungen: Nimmt das Kind den Bären sofort an? Gibt es ihm einen Namen? Spricht es über das Erlebte? Beruhigt es sich sichtlich?

    An der gewohnten Arbeit ändert sich nichts. Die Dokumentation dauert nach dem Einsatz höchstens fünf Minuten. Sind zwei Einsatzkräfte beim Kind, schätzen beide unabhängig voneinander ein. Lehnt ein Kind den Bären ab, wird auch das gezählt. Ein erwünschtes Ergebnis gibt es nicht.

    Vollständig anonym

    Der Erhebungsbogen erfasst keine Daten des Kindes und keine Kennung der Einsatzkraft. Er enthält kein genaues Datum, keine Uhrzeit und keine Fallnummer, sondern nur Monat, Schicht und Landkreis. Die Teilnahme ist freiwillig.

    Über sechs Monate sollen so erstmals belastbare Zahlen entstehen, die Rettungsdiensten und Behörden zeigen, ob und wie stark Trostbären wirken. Veröffentlicht werden nur zusammengefasste Ergebnisse.

    Erhebungsbogen und Anleitung stehen auch auf unserer Startseite zum Herunterladen bereit. Fragen zur Studie beantwortet Dr. Ireneus Lakowski unter info@teddy-stiftung.de oder 04971 20688.

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